Kezdõoldal
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Erreichbarkeit
Regel die Ethik  
     
 

1. Oberstes Prinzip für den Restaurator ist der Respekt vor dem kulturellen Erbe. Seine berufliche Tätigkeit stellt er in den Dienst der Erhaltung der ästhetischen, historischen und physischen Gesamtheit des Kunstwerkes. Dies beinhaltet auch den Schutz des Kunstwerkes vor Zerfall und anders gearteter Zerstörung, sowie die Achtung vor dessen Schöpfer.

2. Es liegt im Eigeninteresse des Restaurators, die Weiterentwicklungen innerhalb des Berufes aufmerksam zu verfolgen und sich ständig fortzubilden, um jeweils die bestmögliche Behandlung durchführen zu können.

3. Der Restaurator entscheidet gemeinsam mit dem Eigentümer des Kunstwerkes, dem zuständigen Ansprechpartner und mit den Fachleuten über die Durchführung und den Umfang einer Restaurierung. Der Umfang einer Restaurierung kann durch finanzielle Grenzen beeinflusst werden, die Notwendigkeit einer Maßnahme darf aber nicht vom Wert oder der Qualität des Kunstwerkes, ebenso wenig wie vom Verdienst des Restaurators abhängig gemacht werden. Die Qualität der restauratorischen Arbeit muss davon unberührt bleiben.

4. Es ist die Verantwortung des Restaurators, dass er seine Arbeit bestmöglich verrichtet, innerhalb der ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten. Falls ihm die nötige Erfahrung fehlt, muss er einen Fachmann zu Rate ziehen, bzw. den Kunden an einen technisch besser ausgestatteten Kollegen verweisen. Wenn die nötige Behandlung eines Objektes mehrere Fachbereiche betrifft, kann der Restaurator, mit Einverständnis des Auftraggebers, Kollegen als Vertragspartner zur Unterstützung heranziehen. Er ist auch dann weiter für die Sicherheit des Objektes verantwortlich, wenn einer seiner Vertragspartner daran arbeitet.

5. Wenn ein Restaurator über seinen eigenen, erlernten Fachbereich hinaus tätig sein möchte, werden seine Fähigkeiten auf diesem Gebiet von kompetenten Kollegen überprüft. Versagt die Kommission ihre Zustimmung, darf der Restaurator die Arbeit auch dann nicht ausführen, wenn sein Auftraggeber darauf besteht. In diesem Fall entscheiden die Richtlinien des Ethik-Codexes der Restauratoren, und die Verantwortung ihrer Einhaltung liegt beim Restaurator.

6. Der Restaurator muss die Meinungen und Ratschläge seiner Kollegen und der für das Kunstwerk verantwortlichen Fachleute in seine Betrachtungen mit einbeziehen und den Auftraggeber über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten in Kenntnis setzen. Der Auftraggeber muss stets wahrheitsgemäß über den Umfang der Maßnahmen, die benötigte Arbeitszeit und die entstehenden Kosten informiert werden.

7. Der Restaurator muss sich vergewissern, dass nach dem jeweils aktuellen Wissensstand weder die durchgeführte Maßnahme, noch die dabei verwendeten Materialien schädlich auf das Kunstwerk einwirken, sein Alterungsverhalten ungünstig beeinflussen oder spätere Forschungsarbeiten sowie nachfolgende restauratorische Maßnahmen erschweren.

8. Der Restaurator muss frühere Veränderungen, sowie aus historischen, restauratorischen oder anderen Gründen durchgeführte Maßnahmen respektieren. Befinden sich mehrere Schichten unterschiedlichen Alters auf einem Objekt ist es erlaubt, zum ursprünglichen Zustand zurückzukehren, falls dieser die Abnahme späterer Fassungen aus künstlerischer und historischer Sicht rechtfertigt. Die Wiederherstellung einer älteren Fassung und das Entfernen späterer Schichten kann nur auf Grundlage der Konsultation mehrerer Fachleute erfolgen.

9. Der Restaurator darf eine Maßnahme weder empfehlen noch selber durchführen, die sich ungünstig auf die Erhaltung eines Objektes, seine Konservierung oder Wiederherstellung auswirken könnte. Er darf eine solche Behandlung auch dann nicht ausführen, wenn es der ausdrückliche Wunsch des Auftraggebers ist, da die endgültige Verantwortung für den Zustand eines Objektes immer bei demjenigen liegt, der diesen Zustand herbeigeführt hat und nicht auf demjenigen, der ihn bestellte.

10. Die Bezahlung des Restaurators muss mir den durchgeführten Maßnahmen im Verhältnis stehen. Der Restaurator darf keine Bezahlung verlangen, die erheblich von den im Beruf üblichen Preisen abweicht.

11. Der Restaurator muss bestrebt sein, nur reversible Maßnahmen durchzuführen. Nur wenn eine irreversible Maßnahme die einzig verbleibende Möglichkeit zur Erhaltung eines Kunstwerkes darstellt, ist sie gestattet.

12. Wenn der Restaurator zu der Erkenntnis gelangt, dass eine andere Maßnahme als die ursprünglich vereinbarte aus Sicht des Objektes vorteilhafter ist, muss er dies dem Auftraggeber mitteilen. Erst nach Erhalt der Zustimmung des Auftraggebers darf die Arbeit fortgesetzt werden.

13. Die Arbeit des Restaurators muss stets den höchsten Ansprüchen genügen, er kann aber nicht für die Qualität oder die verwendeten Materialien des Kunstwerkes verantwortlich gemacht werden.

14. Der Restaurator darf nur dann seine Meinung zur Qualität oder Authentizität eines Kunstwerkes abgeben, wenn er dazu qualifiziert ist. Der Restaurator darf keine Wertschätzung abgeben.

15. Der Restaurator hat die Aufgabe, den Auftraggeber nach Beendigung seiner Arbeit über alle Einzelheiten der Handhabe zu unterrichten, damit auch später alle notwendigen Maßnahmen für den Erhalt des Zustandes und die Pflege des Kunstwerkes getroffen werden können.

16. Der Restaurator muss die durchgeführten Untersuchungen, Behandlungen und die dabei verwendeten Materialien stets genau dokumentieren, damit nachfolgende Restauratoren die Vergangenheit des Objektes nachvollziehen, und ihre Maßnahmen darauf abstimmen können.

17. Der Restaurator soll einen respektvollen Umgang mit seinen Auftraggebern, Mitarbeitern und Kollegen pflegen. Er soll die Arbeit und das Fachwissen anderer anerkennen, seine Werkstatt interessierten Kollegen öffnen und sein Wissen sowie seine Erfahrungen mit ihnen teilen.

18. Der Restaurator ist verantwortlich für den Schutz der Daten den Auftraggeber, den Eigentümer oder das Kunstwerk selbst betreffend, und darf sie nicht ohne das ausdrückliche Einverständnis des Kunden veröffentlichen.

19. Der Restaurator soll die innerhalb seines Berufsstandes geführten, ethischen Diskussionen nicht an die Öffentlichkeit bringen. Wenn er an der Arbeit eines Kollegen einen schwerwiegenden Fehler zu bemängeln hat, sollte er mit dem Betreffenden das Gespräch suchen und die Sachlage besprechen. Wenn ein Restaurator die Arbeit eines Kollegen als ethisch nicht zulässig empfindet, kann er das dem Verband schriftlich mitteilen, mit einer genauen Beschreibung der Sachlage. Die konkreten Umstände bestimmen, welche Aspekte der beruflichen Geheimhaltung unterliegen.

20. Wird der Restaurator darum gebeten, kann er seine Meinung zu der Arbeit eines Kollegen abgeben, vorausgesetzt, es geschieht im Interesse des Kunstwerkes und schadet weder dem Berufsstand, noch dem betroffenen Kollegen.

21. In Falle einer fachlichen Auseinandersetzung zwischen dem Restaurator und dem Auftraggeber sind andere Restauratoren als Fachleute hinzuzuziehen. Über die Qualität der durchgeführten Maßnahmen urteilen drei Fachleute: Einer wird vom Restaurator bestellt, einer vom Auftraggeber, der Dritte wird von den beiden ersten gewählt.

22. Der Restaurator darf nur in dem Fall eine bereits begonnene oder abgebrochene Arbeit eines anderen übernehmen, wenn er sich zuvor davon überzeugt hat, dass der Vertrag des ursprünglichen Auftragnehmers rechtsgültig aufgelöst wurde und dieser kein Interesse an einer Beendigung seiner begonnenen Arbeit hat. Der ursprüngliche Auftragnehmer hat keinen Anspruch auf die zuvor vereinbarte Gesamtsumme der Restaurierungskosten, muss aber für die von ihm verrichtete Arbeit angemessen entlohnt und seine Auslagen gedeckt werden.

23. Es liegt im grundlegenden Interesse des Restaurators, seine Auftraggeber und die breite Öffentlichkeit über seine Arbeit zu informieren . Er soll fachliche Fortbildungen besuchen und seine Arbeitsweisen und Erfahrungen publizieren, damit das Verständnis dafür geweckt wird, wie unverzichtbar es ist, Verantwortung für das kulturelle Erbe zu übernehmen, um es auch für nachfolgende Generationen zu erhalten.

24. Der Restaurator darf, auch wenn er Mitglied des Verbandes ist, nicht im Namen der Restauratorenkammer sprechen.

25. Jeder Restaurator hat die Aufgabe, die im Ethik-Codex festgehaltenen Richtlinien und Werte verständlich zu machen und über ihre Einhaltung zu wachen.

Budapest, 1997. január 30.